Autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung

Die Erkrankung betrifft alle Rassen, jedes Alter, jede ethnische Gruppe und beide  Geschlechter gleichmäßig mit typischen Beschwerden.

Infos zu Beschwerden, Komplikationen, Diagnostik und Verhaltensregeln.

Die dominante Form der Zystennierenerkrankung wird von einer Generation auf die nächste vererbt. Jedes Kind eines betroffenen Elternteils hat eine 50%ige Chance die Krankheit zu erben (= Autosomal Dominante Polyzystische Nierenerkrankung, ADPKD).
Etwa 10% der polyzystisch Nierenkranken erwarben die Krankheit infolge einer Spontanmutation, und nicht durch Vererbung. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Betroffenen das Gen ihren Kindern vererben können.

Das Gen für ADPKD ist dominant. Das bedeutet, dass es ausreicht, wenn nur eine Kopie des Gens entweder vom betroffenen Vater oder der betroffenen Mutter weitergegeben wird, um die Krankheit weiterzuvererben. Es gibt keinen Trägerstatus des dominanten Gens, es versteckt sich nicht und taucht erst in einer späteren Generation wieder auf. Das heißt, wenn eine Person das Gen besitzt, so wird zu irgendeinem  Zeitpunkt im Leben die Erkrankung auf die eine oder andere Art ausbrechen. Wer das Gen nicht besitzt, wird niemals an ADPKD erkranken und kann deswegen das Gen auch nicht an die folgende Generation weitervererben.
Innerhalb einer betroffenen Familie haben alle Erkrankten das gleiche Gen und den gleichen Defekt in diesem Gen. Trotzdem, selbst in der gleichen Familie sind die Zeichen, Beschwerden und der Verlauf der Erkrankung häufig sehr unterschiedlich. Anhand des Krankheitsverlaufs in der Eltern-  oder Großelterngeneration kann man nicht vorhersagen wie sich die Erkrankung beim betroffenen Nachkommen entwickeln wird.
Das Risiko, ein Kind zu bekommen, welches das betroffene Gen erbt, ist mit jeder Schwangerschaft aufs Neue 50%, egal wie viele Kinder eine Familie hat. So gibt es Familien, in  denen alle Kinder das Gen erben und Familien, in denen kein Kind betroffen ist.
Großfamilien haben normalerweise betroffene und nicht betroffene Kinder.

Soviel man heute weiß, gibt es wenigstens drei Gene, die ADPKD verursachen.
Etwa 80 Prozent der Menschen mit ADPKD haben das ADPKD 1 Gen, welches sich auf dem Chromosom 16 befindet. Etwa 15 Prozent haben das ADPKD 2 Gen, welches auf Chromosom 4 liegt. Die Lokalisation vom ADPKD 3 Gen ist noch unbekannt.

Wie häufig kommt die familiäre Nierenzystenerkrankung (ADPKD) vor?

Die Angaben in der medizinischen Literatur sind unterschiedlich.  Es ist die Rede von 1 Erkrankung auf 300 bis 1000 Einwohner. Da die Angaben sehr schwanken, ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Im Allgemeinen kann man die Polyzystische Nierenerkrankung als die häufigste lebensbedrohliche Erbkrankheit bezeichnen. Es gibt weltweit mehr Erkrankungen an Polyzystischer Nierenerkrankung als an Zystischer Fibrose (Mukoviszidose), Down-Syndrom, Hämophilie, Muskeldystrophie und Sichelzellanämie zusammen.

 

 

 

 

 

 

 

Autosomal rezessive Polyzystische Nierenerkrankung (ARPKD)

ARPKD ist eine Erbkrankheit, welche zu einer zystischen Erweiterung der Nierentubuli (Urinsammelröhrchen) und zu einer Lebererkrankung bestehend aus Fehlanlage der Gallenwege und Vernarbung von Lebergefäßen (=Congenitale Hepatische Fibrose) führen kann. Es gibt kongenitale hepatische Fibrose ohne ARPKD, aber niemals ARPKD ohne kongenitale hepatische Fibrose.

Wie häufig kommt die Erkrankung vor?

Die genaue Häufigkeit der Erkrankung ist unbekannt. Auf der Basis verschiedener Publikationen schätzt man das Vorkommen der Erkrankung auf 1:10 000 bis 1: 40 000 Geburten.

Wie wird die Erkrankung vererbt?

Da es sich um eine autosomal-rezessive Erbkrankheit handelt, sind beide Geschlechter gleichmässig betroffen, die Vererbungswahrscheinlichkeit liegt bei 25% für betroffene Überträgerpaare, wobei die Eltern gesund sind und das kranke Gen jeweils auf ihr Kind übertragen.

Wann tritt die Erkrankung auf?

ARPKD wurde sehr lange Zeit als reine Neugeborenenerkrankung betrachtet. Mittlerweile ist bekannt, dass die Erkrankung zu jedem Zeitpunkt zwischen der Pränatalperiode (vorgeburtlich) und dem frühen Erwachsenenalter auftreten kann.

Wie wird die Erkankung diagnostiziert?

Beim pränatalen Ultraschall findet man vergrößerte Nieren, eine fehlende oder unterentwickelte Fruchtblase oder nicht vorhandenen Urin in der Harnblase des Embryos. Diese Hinweise sind typisch, aber nicht beweisend für ARPKD. Normalerweise stellen sich solche Veränderungen nicht vor der 30. Schwangerschaftswoche ein. Sowohl falsch positive und falsch negative Befunde sind möglich. Fast jedes Kind mit ARPKD wird im ersten Lebensjahr oder frühen Kindheit diagnostiziert (nur ca. 10% der Kinder werden erst nach dem 5.Lebensjahr diagnostiziert).

Symptome und Verlauf

30 -50% der Kinder sterben bei der Geburt oder kurz darauf, meistens infolge einer unterentwickelten Lungenfunktion und deren Komplikationen.

Die Nieren können zum Zeitpunkt der Geburt bereits bis zu 10 x größer als normal sein, allerdings ist ein Nierenversagen selten eine Todesursache in der frühen Lebensphase.

Wenn Kinder mittels künstlicher Beatmung die erste kritische Phase überstehen bis sie selbständig atmen können, verbessern sich die Überlebenschancen erheblich. Diejenigen, welche die ersten 4 Wochen nach der Geburt überleben, haben eine 80-95%ige Wahrscheinlichkeit  auch nach dem 5.Lebensjahr noch zu leben. Von diesen Kindern entwickeln viele erst in der späten Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter ein chronisches Nierenversagen. Nierentransplantation, Hämodialyse und Peritonealdialyse bieten sich dann als therapeutische Optionen an.

Bei ca. 30% der Überlebenden beobachtet man eine verlangsamte körperliche Entwicklung.

Bis zu 80% entwickeln einen zum Teil schwer therapierbaren arteriellen Bluthochdruck, meist schon während der ersten Lebensmonate. Es besteht grundsätzlich ein enger Zusammenhang zwischen hohem Blutdruck und schlechter Nierenfunktion, allerdings tritt erhöhter Blutdruck auch bei Kindern mit normaler Nierenfunktion auf. Wenn der erhöhte Blutdruck nicht optimal therapiert wird, so kann sich später eine Verdickung der Herzmuskulatur (=Linksventrikuläre Herzhypertrophie) entwickeln, die in eine chronische Herzschwäche münden kann. Außerdem verschlechtert sich die Nierenfunktion schneller.

Congenitale Hepatische Fibrose (=CHF)

congenital = angeboren
hepatisch  = zur Leber gehörend
Fibrose     = Vernarbung

Das "Röhren"-System der Leber besteht aus der Pfortader, welche große Mengen Blut zur und durch die Leber transportiert und den Gallenwegen, welche Gallenflüssigkeit von der Leber wegtransportieren. Normalerweise sind die Gallengänge haardünn und geschmeidig.
Bei der CHF haben sich sowohl Leberblutgefäße als auch Gallengänge nicht richtig entwickelt, sie sind vernarbt. Es kommt zu einem erschwerten und damit verringerten Blutfluss durch die Leber, wodurch der Blutdruck in der Pfortader ansteigt (= portale Hypertension).
Häufig kommt es dann  reaktiv zu einer Vergrößerung der Milz (= Splenomegalie) und Krampfadern in der Speiseröhre  (=Ösophagusvarizen).
Außerdem erweitern sich die Gallenwege, was oft zu zusätzlicher Vernarbung des übrigen Lebergewebes führt.
Die Symptome der Lebererkrankung variieren  sehr stark zwischen mikroskopischen kleinen Veränderungen in der Leberbiopsie ohne dass Beschwerden auftreten bis zu ernsthaften Komplikationen. So können schwere Entzündungen in den Gallenwegen (=bakterielle Cholangitis) auftreten mit z.T. lebensbedrohlichen Konsequenzen, es gibt einige Fälle von Leberzellkarzinomen im Erwachsenenalter.
Bei manchen Betroffenen verschlechtert sich die Leberfunktion so weit, dass eine Lebertransplantation durchgeführt werden muss.

Autosomal rezessive Polyzystische Nierenerkrankung (ARPKD)
 
 

Was ist die autosomal rezessive polyzystische Nierenerkrankung(ARPKD)?

ARPKD ist eine Erbkrankheit, welche zu einer zystischen Erweiterung der Nierentubuli (Urinsammelröhrchen) und zu  einer Lebererkrankung bestehend aus Fehlanlage der Gallenwege und Vernarbung von Lebergefässen (=Congenitale Hepatische Fibrose) führen kann. Es gibt kongenitale hepatische Fibrose ohne ARPKD, aber niemals ARPKD ohne kongenitale hepatische Fibrose.

Wie häufig kommt die Erkrankung vor?

Die genaue Häufigkeit der Erkrankung ist unbekannt. Auf der Basis verschiedener Publikationen schätzt man das Vorkommen der Erkrankung auf 1:10 000 bis 1: 40 000 Geburten.

Wie wird die Erkrankung vererbt?

Da es sich um eine autosomal-rezessive Erbkrankheit handelt, sind beide Geschlechter gleichmässig betroffen, die Vererbungswahrscheinlichkeit liegt bei 25% für betroffene Überträgerpaare, wobei die Eltern gesund sind und das kranke Gen jeweils auf ihr Kind übertragen.

Wann tritt die Erkrankung auf?

ARPKD wurde sehr lange Zeit als reine Neugeborenenerkrankung betrachtet. Mittlerweile ist bekannt, dass die Erkrankung zu jedem Zeitpunkt zwischen der Pränatalperiode (vorgeburtlich) und dem frühen Erwachsenenalter auftreten kann.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Beim pränatalen Ultraschall findet man vergrößerte Nieren, eine fehlende oder unterentwickelte Fruchtblase oder nicht vorhandenen Urin in der Harnblase des Embryos. Diese Hinweise sind typisch, aber nicht beweisend für ARPKD. Normalerweise stellen sich solche Veränderungen nicht vor der 30. Schwangerschaftswoche ein. Sowohl falsch positive und falsch negative Befunde sind möglich. Fast jedes Kind mit ARPKD wird im ersten Lebensjahr oder frühen Kindheit
diagnostiziert (nur ca. 10% der Kinder werden erst nach dem 5.Lebensjahr diagnostiziert).

Symptome und Verlauf

30 -50% der Kinder sterben bei der Geburt oder kurz darauf, meistens infolge einer unterentwickelten Lungenfunktion und deren Komplikationen.

Die Nieren können  zum Zeitpunkt der Geburt bereits bis zu 10 x größer als normal sein, allerdings ist ein Nierenversagen selten eine Todesursache in der frühen Lebensphase.

Wenn Kinder mittels künstlicher Beatmung die erste kritische Phase überstehen bis sie selbständig atmen können, verbessern sich die Überlebenschancen erheblich. Diejenigen, welche die ersten 4 Wochen nach der Geburt überleben, haben eine 80-95%ige Wahrscheinlichkeit  auch nach dem 5.Lebensjahr noch zu leben. Von diesen Kindern entwickeln viele erst in der späten Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter ein chronisches Nierenversagen. Nierentransplantation, Hämodialyse und Peritonealdialyse bieten sich dann als therapeutische Optionen an.

Bei ca. 30% der Überlebenden beobachtet man eine verlangsamte körperliche Entwicklung.

Bis zu 80% entwickeln einen zum Teil schwer therapierbaren arteriellen Bluthochdruck, meist schon während der ersten Lebensmonate. Es besteht grundsätzlich ein enger Zusammenhang zwischen hohem Blutdruck und schlechter Nierenfunktion, allerdings tritt erhöhter Blutdruck auch bei Kindern mit normaler Nierenfunktion auf. Wenn der erhöhte Blutdruck nicht optimal therapiert wird, so kann sich später eine Verdickung der Herz- Muskulatur (=Linksventrikuläre Herzhypertrophie) entwickeln, die in eine chronische Herzschwäche münden kann. Außerdem verschlechtert sich
die Nierenfunktion schneller.

Congenitale Hepatische Fibrose (=CHF)

congenital = angeboren
hepatisch  = zur Leber gehörend
Fibrose     = Vernarbung

Das "Röhren"-System der Leber besteht aus der Pfortader, welche große Mengen Blut zur und durch die Leber transportiert und den Gallenwegen, welche Gallenflüssigkeit von der Leber wegtransportieren. Normalerweise sind die Gallengänge haardünn und geschmeidig.
Bei der CHF haben sich sowohl Leberblutgefäße als auch Gallengänge nicht richtig entwickelt, sie sind vernarbt. Es kommt zu einem erschwerten und damit verringerten Blutfluß durch die Leber, wodurch der Blutdruck in der Pfortader ansteigt (= portale Hypertension).
Häufig kommt es dann  reaktiv zu einer Vergrößerung der Milz (= Splenomegalie) und Krampfadern in der Speiseröhre  (=Ösophagusvarizen).
Außerdem erweitern sich die Gallenwege, was oft zu zusätzlicher Vernarbung des übrigen Lebergewebes führt.
Die Symptome der Lebererkrankung variieren  sehr stark zwischen mikroskopischen kleinen Veränderungen in der Leberbiopsie ohne dass  Beschwerden auftreten bis zu ernsthaften Komplikationen. So können schwere Entzündungen in den Gallenwegen (=bakterielle Cholangitis) auftreten mit z. T. lebensbedrohlichen Konsequenzen, es gibt einige Fälle von Leberzellkarzinomen im Erwachsenenalter.
Bei manchen Betroffenen verschlechtert sich die Leberfunktion so weit, dass eine Lebertransplantation durchgeführt werden muss.